Investieren ist ein wichtiger Schritt, um langfristigen finanziellen Erfolg zu erzielen. Da sind wir uns alle einig. Bei der Wahl der Anlagestrategie und den damit in Frage kommenden Aktien ist aber wichtig was persönlich zu einem passt. Die Entscheidung zwischen Ausschüttung oder maximalem Wachstum und damit de facto die Entscheidung zwischen (angehenden) Dividenden-Aristokraten oder Nicht-Dividendenaktien hat nämlich erhebliche Auswirkungen auf das jeweilige Ergebnis. Schauen wir uns das genauer an.
Die Anlagestrategie
Bei der Entscheidung zwischen Dividendenaktien und Nicht-Dividendenaktien müssen individuelle Anlageziele, Anlagehorizont, Risikobereitschaft und finanzielle Bedürfnisse berücksichtigt werden. Einige Anleger bevorzugen die Stabilität und das sofortige Einkommen, das Dividenden-Aktien bieten, während andere auf das langfristige und maximierte Vermögenswachstum setzen, das Nicht-Dividendenaktien ermöglichen können.
Sofortiges Einkommen vs. langfristiges Vermögenswachstum
Dividenden-Aktien bieten Anlegern die Möglichkeit, ein sofortiges Einkommen aus den Gewinnausschüttungen der Unternehmen zu generieren. Dies kann besonders attraktiv sein, wenn Anleger ein passives Einkommen suchen oder ihre gegenwärtigen Einkommensquellen diversifizieren möchten. Darüber hinaus können Dividendentitel dazu beitragen, die Auswirkungen der Inflation zu mildern und langfristig ein stabilisierendes Element im Portfolio darzustellen.
Andererseits konzentrieren sich Nicht-Dividendenaktien in der Regel darauf, langfristiges Vermögenswachstum zu erzielen, da sie Gewinne nicht ausschütten sondern reinvestieren („thesaurieren“). Diese Aktien können höhere Renditen bieten, wenn das Unternehmen erfolgreich wächst und der Aktienkurs steigt. Die Gewinne aus einer Anlage in Nicht-Dividendenaktien werden jedoch nicht sofort realisiert, sondern erst bei einem Verkauf der Aktien. Dies bedeutet, dass Anleger möglicherweise weniger sofortiges Einkommen haben, aber langfristig von einem höheren Vermögenszuwachs profitieren können.
| Eigenschaften | Dividendenaktien | Nicht-Dividendenaktien | Bewertung |
|---|---|---|---|
| 1. Einkommensquelle | Liefern regelmäßige Einkommen durch Dividendenzahlungen | Einkommen basiert auf Kursgewinnen beim Verkauf der Aktien | Dividendenaktien bieten stabilere und sofortige Einnahmen. |
| 2. Langfristige Rendite | Bieten potenziell stabilere Renditen über die Zeit | Abhängig von Kurswachstum und Marktbedingungen | Dividendenaktien neigen dazu, eine konstantere Rendite zu bieten. |
| 3. Risikostreuung | Neigen dazu, stabile Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten zu sein | Vielfalt von Unternehmen mit unterschiedlichen Wachstumsaussichten | Dividendenaktien können dazu beitragen, das Portfoliorisiko zu verringern. |
| 4. Steuerliche Aspekte | Dividenden können steuerpflichtig sein | Kursgewinne werden erst bei Verkauf besteuert | Steuerliche Auswirkungen hängen von individuellen Umständen ab. |
| 5. Langfristige Stabilität | Unternehmen mit langjähriger Dividendengeschichte gelten als stabil | Abhängig von Unternehmenswachstum und Marktvolatilität | Dividendenaktien bieten eine gewisse Stabilität und Konsistenz. |
Ein typischer Käufer von Dividenden-Aristokraten sagt:
Ich möchte mir ein passives Einkommen generieren und wünsche mir regelmäßige Ausschüttungen. Der Kurs der Aktien interessiert mich nicht wirklich, da ich primär nicht an Kursgewinnen interessiert bin und eigentlich nie verkaufen möchte, solange die Dividende stimmt.
Ein typischer Käufer von Nicht-Dividenden-Aktien sagt:
Ich möchte an einen bestimmten Zeitpunkt in meinem Leben (z.B. für die Ablösung eines Kredites oder eine geplante, große Investition), einen möglichst hohen Wert in Aktien besitzen. Daher sind für mich steigende Kurse bzw. Kursgewinne das Maß aller Dinge. An Ausschüttungen bin ich daher primär nicht interessiert.
Somit gilt:
Bei der Wahl zwischen Dividenden-Aktien (= Maximale Ausschüttung) oder Nicht-Dividenden-Aktien (= Maximales Kurswachstum) als Anlagestrategie ist also entscheidend was man persönlich möchte, da es die Aktienauswahl erheblich bestimmt!
Abschließende Worte zu Dividendenaktien
Ich male hier bewusst schwarz/weiß!
Natürlich gibt es auch Aktien welche kontinuierlich eine kleine Dividende ausschütten und dennoch erhebliche Kursgewinne erzielen können. Es gibt sehr viele „Generalisten“ unter den Wertpapieren welche sich nicht eindeutig dem Value- oder Growth-Lager zuordnen lassen können und irgendwie beides vereinen. Wer sich aber als Anlagestrategie entweder für die „Maximale Ausschüttung“ oder „Maximales Kurswachstum“ entscheidet, wird sich eher auf speziell dafür passende Aktien fokussieren und die „Generalisten“ außen vor lassen.
Auch besteht theoretisch die Möglichkeit bei einem Depot aus Wachstums-Aktien sich durch kleinere Verkäufe im Rahmen der jährlichen Rendite eine regelmäßige Ausschüttung zu generieren ohne den Gesamtwert des Depots zu schmälern. Dies funktioniert aber nur wirklich verlässlich und ohne Risiko in steigenden Märkten. Bereits bei einer längeren Seitwärtsbewegung der Märkte oder größeren Kurskorrektur würde die Rechnung höchstwahrscheinlich nicht mehr aufgehen.
Zu guter Letzt unterstelle ich hier, dass man sich immer zwischen der Anlagestrategie „Maximale Ausschüttung“ oder „Maximales Kurswachstum“ entscheiden muss, was natürlich nicht der Fall ist. Jeder Anleger kann selbstverständlich zweigleisig fahren und in Aktien oder ETFs beider Lager investieren. Es ging mir lediglich um den Aspekt der „Effekt-Maximierung“ der jeweiligen Strategie.
Du bist dir immer noch nicht ganz sicher welcher Anlagetyp du überhaupt bist? Dann probiere doch einmal unseren kurzen Test: Welcher Anlagetyp bin ich: Pro Dividende oder Pro Wachstum?

