Grundlagen

Dividendenaktien vs. Wachstumsaktien: Vor- und Nachteile im Vergleich

Heiko 5 Min. Lesezeit
Münzstapel mit wachsenden Pflanzen neben einem Glas voller Münzen

Dividendenaktien vs. Wachstumsaktien: Dividendenaktien schütten einen Teil ihres Gewinns regelmäßig an dich aus. Wachstumsaktien zahlen keine oder nur eine kleine Dividende und stecken ihre Gewinne ins eigene Wachstum – du profitierst dann vor allem über steigende Kurse. Welche Variante zu dir passt, hängt von deinem Ziel ab: laufendes Einkommen oder ein möglichst hoher Depotwert zu einem bestimmten Zeitpunkt. Einen Überblick über die gängigen Ansätze gibt unser Beitrag zur Dividendenstrategie. Die Entscheidung zwischen Ausschüttung und maximalem Wachstum – im Extremfall zwischen (angehenden) Dividenden-Aristokraten und Aktien ganz ohne Dividende – hat erhebliche Auswirkungen auf das Ergebnis. Welche Unternehmen heute dazugehören, zeigen unsere monatlich aktualisierten Listen der Dividenden-Aristokraten in den USA und der Dividenden-Könige. Schauen wir uns das genauer an.

Dieser Beitrag erklärt zwei Anlageansätze. Er ist keine Anlageberatung und enthält keine Kaufempfehlungen. Stand: Oktober 2026.

Dividendenaktien oder Wachstumsaktien: Welche Anlagestrategie passt?

Bei der Entscheidung zwischen Dividendenaktien und Nicht-Dividendenaktien müssen individuelle Anlageziele, Anlagehorizont, Risikobereitschaft und finanzielle Bedürfnisse berücksichtigt werden. Einige Anleger bevorzugen die Stabilität und das sofortige Einkommen, das Dividenden-Aktien bieten (wobei auch hier zwischen Dividendenwachstum und hoher Dividende zu unterscheiden ist), während andere auf das langfristige und maximierte Vermögenswachstum setzen, das Nicht-Dividendenaktien ermöglichen können.

Sofortiges Einkommen vs. langfristiges Vermögenswachstum

Dividenden-Aktien bieten Anlegern die Möglichkeit, ein sofortiges Einkommen aus den Gewinnausschüttungen der Unternehmen zu generieren. Dies kann besonders attraktiv sein, wenn Anleger ein passives Einkommen suchen oder ihre gegenwärtigen Einkommensquellen diversifizieren möchten. Darüber hinaus können Dividendentitel dazu beitragen, die Auswirkungen der Inflation zu mildern und langfristig ein stabilisierendes Element im Portfolio darzustellen.

Andererseits konzentrieren sich Nicht-Dividendenaktien in der Regel darauf, langfristiges Vermögenswachstum zu erzielen, da sie Gewinne nicht ausschütten (ihre Ausschüttungsquote liegt bei null), sondern reinvestieren („thesaurieren“). Diese Aktien können höhere Renditen bieten, wenn das Unternehmen erfolgreich wächst und der Aktienkurs steigt. Die Gewinne aus einer Anlage in Nicht-Dividendenaktien werden jedoch nicht sofort realisiert, sondern erst bei einem Verkauf der Aktien. Dies bedeutet, dass Anleger möglicherweise weniger sofortiges Einkommen haben, aber langfristig von einem höheren Vermögenszuwachs profitieren können.

EigenschaftenDividendenaktienNicht-DividendenaktienBewertung
1. EinkommensquelleLiefern regelmäßige Einkommen durch DividendenzahlungenEinkommen basiert auf Kursgewinnen beim Verkauf der AktienDividendenaktien bieten stabilere und sofortige Einnahmen.
2. Langfristige RenditeBieten potenziell stabilere Renditen über die ZeitAbhängig von Kurswachstum und MarktbedingungenDividendenaktien neigen dazu, eine konstantere Rendite zu bieten.
3. RisikostreuungNeigen dazu, stabile Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten zu seinVielfalt von Unternehmen mit unterschiedlichen WachstumsaussichtenDividendenaktien können dazu beitragen, das Portfoliorisiko zu verringern.
4. Steuerliche AspekteDividenden werden im Jahr der Ausschüttung besteuert (oberhalb des Sparer-Pauschbetrags)Kursgewinne werden erst bei Verkauf besteuertSteuerliche Auswirkungen hängen von individuellen Umständen ab.
5. Langfristige StabilitätUnternehmen mit langjähriger Dividendengeschichte gelten als stabilAbhängig von Unternehmenswachstum und MarktvolatilitätDividendenaktien bieten eine gewisse Stabilität und Konsistenz.
Vereinfachte Gegenüberstellung typischer Eigenschaften; einzelne Aktien können deutlich davon abweichen. Steuerangaben für Privatanleger in Deutschland, Stand Oktober 2026. Quelle: eigene Darstellung; Steuern nach § 20 und § 32d EStG.

Beispiel (fiktives Zitat) – so könnte ein typischer Käufer von Dividenden-Aristokraten denken:

Ich möchte mir ein passives Einkommen generieren und wünsche mir regelmäßige Ausschüttungen. Der Kurs der Aktien interessiert mich nicht wirklich, da ich primär nicht an Kursgewinnen interessiert bin und eigentlich nie verkaufen möchte, solange die Dividende stimmt.

Beispiel (fiktives Zitat) – so könnte ein typischer Käufer von Wachstumsaktien ohne Dividende denken:

Ich möchte an einen bestimmten Zeitpunkt in meinem Leben (z.B. für die Ablösung eines Kredites oder eine geplante, große Investition), einen möglichst hohen Wert in Aktien besitzen. Daher sind für mich steigende Kurse bzw. Kursgewinne das Maß aller Dinge. An Ausschüttungen bin ich daher primär nicht interessiert.

Somit gilt:

Bei der Wahl zwischen Dividenden-Aktien (= Maximale Ausschüttung) oder Nicht-Dividenden-Aktien (= Maximales Kurswachstum) als Anlagestrategie ist also entscheidend was man persönlich möchte, da es die Aktienauswahl erheblich bestimmt!

Wie werden Dividenden und Kursgewinne besteuert?

Dividenden und Kursgewinne aus Aktien sind in Deutschland Einkünfte aus Kapitalvermögen. Darauf fallen 25 % Abgeltungsteuer an (§ 32d Abs. 1 EStG), dazu der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer – ohne Kirchensteuer zusammen 26,375 %. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € im Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung, § 20 Abs. 9 EStG) bleiben Kapitalerträge steuerfrei, wenn du deiner Bank einen Freistellungsauftrag erteilt hast.

Der Unterschied liegt im Zeitpunkt: Dividenden werden im Jahr der Ausschüttung besteuert. Kursgewinne werden erst besteuert, wenn du die Aktie verkaufst – bis dahin bleibt der Gewinn ungeschmälert im Depot. Bei ausländischen Aktien kommt Quellensteuer hinzu, die teilweise angerechnet wird. Diese Angaben sind allgemein; für deinen Einzelfall wende dich an eine Steuerberatung.

Abschließende Worte zu Dividendenaktien

Ich male hier bewusst schwarz/weiß!

Natürlich gibt es auch Aktien welche kontinuierlich eine kleine Dividende ausschütten und dennoch erhebliche Kursgewinne erzielen können. Es gibt sehr viele „Generalisten“ unter den Wertpapieren welche sich nicht eindeutig dem Value- oder Growth-Lager zuordnen lassen können und irgendwie beides vereinen. Wer sich aber als Anlagestrategie entweder für die „Maximale Ausschüttung“ oder „Maximales Kurswachstum“ entscheidet, wird sich eher auf speziell dafür passende Aktien fokussieren und die „Generalisten“ außen vor lassen.

Auch besteht theoretisch die Möglichkeit bei einem Depot aus Wachstums-Aktien sich durch kleinere Verkäufe im Rahmen der jährlichen Rendite eine regelmäßige Ausschüttung zu generieren ohne den Gesamtwert des Depots zu schmälern. Dies funktioniert aber nur wirklich verlässlich und ohne Risiko in steigenden Märkten. Bereits bei einer längeren Seitwärtsbewegung der Märkte oder größeren Kurskorrektur würde die Rechnung höchstwahrscheinlich nicht mehr aufgehen. Wie sich dagegen die Dividendenrendite von Aristokraten in solchen Phasen verhält, zeigt unsere Analyse zur Dividendenrendite im Börsencrash.

Zu guter Letzt unterstelle ich hier, dass man sich immer zwischen der Anlagestrategie „Maximale Ausschüttung“ oder „Maximales Kurswachstum“ entscheiden muss, was natürlich nicht der Fall ist. Jeder Anleger kann selbstverständlich zweigleisig fahren und in Aktien oder ETFs beider Lager investieren. Ob du Dividenden lieber über einen ETF oder über ausgewählte Aktien beziehst, vergleicht der Beitrag Dividenden-ETF oder Einzelaktien?. Es ging mir lediglich um den Aspekt der „Effekt-Maximierung“ der jeweiligen Strategie.

Du bist dir immer noch nicht ganz sicher welcher Anlagetyp du überhaupt bist? Dann probiere doch einmal unseren kurzen Test: Welcher Anlagetyp bin ich: Pro Dividende oder Pro Wachstum?

BLEIB DRAN!

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